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6 Mann, eine Woche, und jede Menge Chaos!

 

JDAV? Klettern in Arco? Ja, zum ersten Mal veranstaltet die JDAV Ringsee eine mehrtägige Kletterfreizeit. So zumindest der Plan. Nach den für eine solche Reise typischen organisatorischen Vorbereitungen wie Ferienwohnung und Bus reservieren, Klettergebiete vor Ort auswählen, Packlisten erstellen etc. gab es aber noch ganz andere Dinge, die es zu beachten galt. Simon und Christian, die beiden Leiter der Freizeit, wollten nämlich keine typische „Wir-Leiter-Ihr-Teilnehmer-Freizeit“ durchführen. Typisch in dem Sinne, dass die Leiter für alles zuständig sind wie z. B. abends das Essen kochen, die Kids „bemuttern“ und eben „nur“ als Betreuer der teilnehmenden Kids fungieren. So wurden mehrere Vorbereitungstreffen durchgeführt, in denen die Teilnehmer u. A. klettertechnische Grundfertigkeiten lernten, wie die Exen richtig in die Bohrhaken zu clippen, sich selbstständig abzuseilen und an der Umlenkung das Seil umzufädeln. Ziel dieser Treffen war es aber eben auch, als Gruppe zusammenzuwachsen und nicht als ein zusammengewürfelter Haufen von Einzelpersonen nach Arco zu fahren, sondern als Team. So ging es im Rahmen des letzten Vorbereitungstreffens nach Konstein. Hier wurde aber nicht nur geklettert und das Erlernte in der Praxis geübt, sondern – Simon hat da einfach super Ideen und eine tolle psychologische Auffassungsgabe – es wurden auch diverse gruppendynamische Spiele durchgeführt. Jeder für sich, keine Chance. Zusammen als Team, kein Problem. Der Tag endete mit der gemeinsamen Feststellung bzw. Hoffnung: „Wenn wir in Arco nur halb so viel Spaß haben wie heute in Konstein, dann wird das eine supergeniale Woche.“ Wie sich dann zeigen sollte: so war es auch. Aber der Reihe nach weiter.

Am 01.08. trafen sich dann das Team „JDAV Arco 2014“

Abends zum Beladen des Busses. Schließlich wollten wir am nächsten Morgen um drei Uhr losfahren und nicht dann erst merken, ob noch was fehlt. Wie sich zeigte, war es die richtige Entscheidung, so früh loszufahren. Wir kamen ohne jeden Stress und Stau hervorragend durch und standen um Punkt 8 Uhr vor unserer Ferienwohnung am Stadtrand von Arco. Nun erstmal den Bus ausladen und die Wohnung in Beschlag nehmen. Anschließend zum Großeinkauf und dann natürlich erst mal ausgiebig frühstücken. Anschließend ging es dann auch gleich los in Richtung Fels. Alle legten fleißig los, genossen das erste Mal Klettern in Arco (Belvedere), die tolle Aussicht und nicht zu vergessen: Eis essen und baden im See. So ging der erste Tag, inkl. Abendspaziergang nach Arco, ereignisreich zu Ende und alle freuten sich schon auf das, was noch kommen würde.

Am 03.08.stand der untere Sektor in Nago auf dem Programm. Kaum den Zustieg hinter uns, Christian nach der ersten Route des Tages gerade beim Umfädeln beschäftigt, öffneten sich jedoch die Schleusen des Himmels und es fing knackig an zu regnen. An ein Abwarten, bis der Felsen wieder trocken wäre, war nicht zu denken. Was solls, es gibt ja Alternativen. Kein Grund also für schlechte Stimmung. So packten wir unsere Sachen eben wieder zusammen und fuhren zum Salewa Cube nach Bozen. Hier hatte - wie sollte es auch anders sein – jeder die Chance, sich nach Lust und Laune auszutoben. Das Wetter hatte dann aber doch noch ein Einsehen mit uns, so dass wir auf Eis essen und Baden im See nicht verzichten mussten. Also wieder ein gelungener Tag. Weiter so!

Am 04.08. starten wir den zweiten Versuch, die Routen im unteren Sektor in Nago zu erklettern. Bei genialstem Wetter genossen wir den tollen Fels und jeder konnte den Tag schließlich mit z. T recht schweren Routen als persönlichen Erfolg verbuchen.

Nun ging es am 05.08. nach Muro dell Asino und zum ersten Mal war zur Freude fast aller ein längerer Zustieg zu meistern. So konnte an diesem Tag zumindest mal das Aufwärmprogramm guten Gewissens ausfallen. Manuel und Simon erkundeten die Gegend und fanden im westlichsten Sektor diese Gebietes einen Felsabschnitt mit schöner Plattenkletterei an grauem Kalk bei einem an den Felsen montierten Plattform. Leider knickte Manuel dabei mit dem Fuß um, was Ihn dann zwar in seiner Kletterfertigkeit, nicht jedoch in seiner guten Laune, beeinflussen sollte. Hier waren die bisher anspruchsvollsten Routen zu finden, so dass auch heute wieder jeder von uns zufrieden mit den eigenen Kletterleistungen den Tag und nach einer längeren und lustigen Nachtwanderung ausklingen lassen konnte.

Kein Klettern am 06.08? Kein Problem. Um Überlastungen und Verletzungen (von Manuels Missgeschick abgesehen) zu vermeiden, stand heute Pause für die Finger, erholsame Stunden am Wasser und der Besuch eines bekannten Biobauernhofs auf dem Programm. So ging es ohne konkretes Ziel am See in südlicher Richtung, bis wir in Toscolano einen gemütlichen Badespot entdeckten und diesen dann auch gleich in Beschlag nahmen. Zur Unterhaltung aller gab es eine Klippe vor Ort, die dann ausgiebig für diverse Sprünge verwendet wurde. Natürlich nicht zu vergessen: der typische Kampf mit und um die Luma. Das gehört halt dazu. Danach ging es wie geplant zum Biobauernhof nach Tremosine. Allerdings merkten wir erst in Brescia, dass wir das falsche Brescia angesteuert hatten. Tremosine-Brescia, war das richtige Ziel. Dieser „kleinere größere“ Umweg versetzte der Stimmung aber keinen Dämpfer, so dass wir auch diesen Tag als Erfolg abhaken konnten.

Der 07.08. führt uns bei zunächst nicht ganz so tollem Wetter nach Regina del Lago. Ein Klettergebiet mit kurzem und flachen Zustieg? Nicht wirklich. Aber auch das wurde von allen gemeistert und wir durften an klasse Routen klettern und haben sogar den zwischenzeitlichen Regenschauer mit einer „Regenschutz-Dach-Crashpad-Baum-Konstruktion“ gut überstanden.

So ging es dann, Traditionen müssen gepflegt werden, im Anschluss noch zum Baden im See inkl. diverser Sprungübungen von der vor Ort vorhandenen Badeplatform.

Nago die Zweite. Am 08.08. und damit am letzten Klettertag ging es mit (zunächst) Spleen in einen der oberen Sektoren. Tolle Routen mit z. T. leider recht abgespeckten Griffen. Dennoch kein Grund für schlechte Laune. Jeder gab noch mal alles und wir genossen auch diesen Tag mit super Kletterwetter in vollen Zügen. Zwischenzeitlich wechselten wir noch den Sektor und probierten uns an den bis dato schwersten Touren unseres Arco-Urlaubes. Den Urlaub haben wir mit einem Essen in der wahrscheinlich besten Pizzeria der Stadt und einem gemütlichen Abend bei angenehmer Temperatur ausklingen lassen.

Gibt es noch was zu erzählen? Oh ja. Was ist denn ein solcher Urlaub, wenn man diesen nicht auf Fotos und Filmen festhält. Man kann das aber auch überreiben. Kann halt passieren, wenn man vier Kameras / GoPros dabei hat und in 8 Tagen fast 16.000 Bilder und 230 Filme macht. Lediglich 157 GB an Daten. Damit hatten wir auf jeden Fall genug Material, um einen super Film über diese erfolgreiche Freizeit erstellen zu können. Wenn nur das Aussortieren der Filme und Bilder nicht wäre. Auch das kein Problem. Nun haben wir nicht nur die Erinnerungen an eine tolle Woche, sondern das Ganze auch mit Bild und Ton. Was will man mehr.

2015 gibt es wieder eine Kletterfreizeit. Dieses Mal geht es mit den jüngeren Kids ins Ötztal.